UNTERSTÜTZUNG FÜR
PFLEGENDE ANGEHÖRIGE

 

Alles für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Beruf und Pflegezeit – mehr Zeit und Flexibilität für die Pflege eines Angehörigen


Mit der Pflegezeitgesetzgebung soll Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen die häusliche Pflege ihrer nahen Angehörigen und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ermöglicht werden. Wir stellen Ihnen die Bausteine des Pflegezeitgesetzes sowie die Rahmenbedingungen vor:
 

Wer kann die Pflegezeit und Familienpflegezeit in Anspruch nehmen? (§ 7 PflegeZG) 


Der Rechtsanspruch auf Pflegezeit oder Familienpflegezeit gilt für die Pflege naher Angehöriger. Dazu gehören: Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, Ehegatten sowie Lebenspartner und Partner in einer eheähnlichen und lebenspartnerähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, Schwägerinnen und Schwager, Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Pflegenden oder des Ehegatten oder Lebenspartners sowie Schwieger- und Enkelkinder. 
 

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung  (§ 2 PflegeZG) 


Sofern Sie für pflegebedürftige nahe Angehörige in einer akut aufgetretenen Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege organisieren oder eine pflegerische Versorgung sicherstellen müssen, können Sie sich im Rahmen der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung bis zu zehn Arbeitstage je Kalender freistellen lassen. Informieren Sie unverzüglich, spätestens vor Arbeitsbeginn, Ihren Arbeitgeber. 

Die Pflegekasse des Pflegebedürftigen zahlt als Lohnersatzleistung ein Pflegeunterstützungsgeld in Höhe von 90 bis 100 Prozent des wegfallenden Nettoverdienstes. Die Sozialversicherung bleibt bestehen. Für den Zeitraum der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung stehen Sie unter Kündigungsschutz. 
 

Pflegezeit (§ 3 PflegeZG) 


Sofern Sie Ihre nahen pflegebedürftigen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen möchten, können Sie sich bis zu sechs Monate unbezahlt ganz oder teilweise von der Arbeit für die häusliche Pflege freistellen lassen. Dieser Zeitraum gilt auch, wenn Sie sich für die Betreuung von pflegebedürftigen minderjährigen Angehörigen in häuslicher oder außerhäuslicher Umgebung ganz oder teilweise freistellen lassen möchten. Eine Ankündigungsfrist von zehn Tagen ist nötig. Während der Pflegezeit stehen Sie ab dem Zeitpunkt der Ankündigung (höchstens jedoch zwölf Wochen vor Beginn) unter Kündigungsschutz. Sie haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Zinsloses Darlehen während der Pflegezeit
Wenn Sie sich für eine Freistellung im Rahmen der Pflegezeit entscheiden, kann der Verdienstausfall mit einem zinslosen Darlehen vom Staat abgefedert werden. Dieses Darlehen können Sie beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) beantragen: Es wird monatlich ausgezahlt und deckt maximal die Hälfte des entfallenen Nettoeinkommens ab. Nach Ablauf der vereinbarten Pflegezeit zahlen Sie das Darlehen in Raten zurück. In Härtefällen kann das Darlehen gestundet oder ganz oder teilweise erlassen werden.
 

Begleitung in der letzten Lebensphase 
Wenn Sie Ihren pflegebedürftigen nahen Angehörigen auf seinem letzten Weg begleiten möchten, können Sie sich für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten ganz oder teilweise freistellen lassen. Die Begleitung muss dann nicht ausschließlich in häuslicher Umgebung erfolgen; Sie können Ihren Angehörigen auch in Einrichtungen mit palliativmedizinischer Versorgung, zum Beispiel in einem Hospiz begleiten. Auch hier gilt die Ankündigungsfrist von zehn Tagen, und Sie stehen unter Kündigungsschutz.

Versicherung während der Pflegezeit (bei voller Freistellung) 

Kranken- und Pflegeversicherung 
Besteht ein Anspruch auf Familienversicherung aus der Versicherung Ihres Ehegatten oder Ihrer Ehegattin, sind Sie weiterhin kostenlos abgesichert. Wenn keine Familienversicherung möglich ist, müssen Sie sich freiwillig weiter versichern lassen. In der Regel wird hier der Mindestbetrag angesetzt. Mit der Krankenversicherung ist automatisch auch die Pflegeversicherung gewährleistet. Auf Antrag erstattet die Pflegekasse den Beitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung bis zur Höhe des Mindestbeitrags. Sind Pflegebedürftige privat pflegeversichert, gelten diese Regelungen entsprechend. Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse. 

Arbeitslosenversicherung 
Bestand unmittelbar vor Beginn der Pflegezeit die Arbeitslosenversicherungspflicht oder bestand Anspruch auf eine Entgeltersatzleistung nach SGB III übernimmt die Pflegekasse von pflegebedürftigen Angehörigen in der Pflegezeit auch diese Beiträge. Voraussetzung ist, dass Angehörige mit Pflegegrad 2 bis 5 mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche, gepflegt werden. 

Rentenversicherung 
Die Pflegekasse überweist der Rentenversicherung Beiträge für die geleistete Pflege von Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5, wenn Sie einen nahen Angehörigen mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche pflegen. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem Pflegegrad des Pflegebedürftigen sowie den bezogenen Leistungen durch die Pflegekasse. 

Unfallversicherung 
Sie sind gesetzlich unfallversichert, wenn Sie einen nahen Angehörigen mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche pflegen. Sie sind in diesem Rahmen während der Pflegetätigkeiten und bei allen Tätigkeiten und Wegen, die mit der Pflege zusammenhängen, gegen Unfallfolgen abgesichert. 

Beantragung
Um die Pflegezeit in Anspruch zu nehmen, müssen Sie: 
[
Eine Bescheinigung der Pflegekasse über den Pflegegrad von pflegebedürftigen Angehörigen vorlegen. 
[ Zehn Tage vor Beginn der Pflegezeit Ihrem Arbeitgeber Dauer und Umfang schriftlich ankündigen. 
[ Bei einer teilweisen Freistellung eine schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber treffen.
 

Familienpflegezeit (FPfZG) 


Wenn Sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörige in häuslicher Umgebung beziehungsweise einen minderjährigen nahen Angehörigen in häuslicher oder außerhäuslicher Umgebung pflegen möchten, können Sie Ihre Arbeitszeit für maximal 24 Monate auf bis zu 15 Wochenstunden reduzieren. Die Pflege- und Familienpflegezeit können kombiniert werden, sie dürfen zusammen jedoch die Höchstanspruchsdauer von 24 Monaten nicht überschreiten. Dabei muss sich die Familienpflegezeit ohne Unterbrechung an die Pflegezeit anschließen. Eine Ankündigungsfrist von acht Wochen ist nötig. Während der Familienpflegezeit stehen Sie ab dem Zeitpunkt der Ankündigung (höchstens jedoch zwölf Wochen vor Beginn) unter Kündigungsschutz. 
Diese Regelung wird schriftlich mit dem Arbeitgeber vereinbart. Wenn Sie sich für eine Freistellung im Rahmen der Familienpflegezeit entscheiden, kann der Verdienstausfall ebenfalls wie bei der Pflegezeit mit einem zinslosen Darlehen vom Staat abgefedert werden. 

Versicherung während der Familienpflegezeit (bei teilweiser Freistellung)

Sozial- und Unfallversicherung 
Beschäftigte in Familienpflegezeit sind weiterhin versicherungspflichtig und damit gesetzlich sozialversichert. Arbeitgeber zahlen die Beiträge zur Rentenversicherung auf Basis des reduzierten Arbeitsentgelts weiter. Zusätzlich überweist die Pflegekasse der Rentenversicherung Beiträge für die geleistete Pflege, wenn Sie Ihre nahen Angehörigen mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche pflegen und keine Erwerbstätigkeit von mehr als 30 Wochenstunden ausgeübt wird.

Wenn die eigenen Eltern alt werden – Umgang mit hilfsbedürftigen Eltern


Wann und wie stelle ich rechtzeitig die Weichen?

Gedächtnislücken, ein vergessener Hausschlüssel, ein überquellender Briefkasten. Es passiert schleichend und doch kommt der Tag: Die eigenen Eltern sind alt geworden.

[ Wann werden sie Hilfe brauchen?
[ Will ich sie pflegen?
[ Kann ich sie pflegen?
[ Wie kann ich ihre Wünsche respektieren?

Sie stehen im Spannungsfeld zwischen Erwartungen, Ansprüchen und individuellen Grenzen. Keine leichte Situation! Wir haben Ihnen einige Tipps zum Umgang mit hilfsbedürftigen Eltern zusammen gestellt. Wenn Sie dazu Fragen haben, freuen wir uns auf Ihren Anruf.

Wie gehe ich respektvoll mit meinen Eltern um?

Viele Eltern wollen in den eigenen vier Wänden alt werden. Sie haben Angst vor Veränderung. Der Wechsel in ein Pflegeheim ist für sie eine Bedrohung. Respektieren Sie diese Bedürfnisse. Pflegebedürftige fühlen sich oft unwohl in ihrem Körper, der nicht mehr so leistungsfähig ist wie früher. Unterstützen Sie Ihre Eltern und vertrauen Sie Ihnen alltäglichen Aufgaben an, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Sie stärken ihr Selbstwertgefühl und die Struktur im Alltag gibt den Eltern das Gefühl, gebraucht zu werden und hält sie flexibel.​​​​​​

Wie erreiche ich gemeinsame Lösungen?

Tatsächliche Hilflosigkeit kommt oft als schleichender Prozess. Doch das gibt Ihnen Zeit für die Planung: Vorausgesetzt, Sie erkennen den Pflegebedarf. Stellen Sie sich bei den ersten Anzeichen dem Thema. Sprechen Sie mit Ihrer Familie. Gemeinsame Lösungen für die Pflege zu finden, benötigen Zeit und Einfühlungsvermögen. Tasten Sie sich behutsam an das Thema heran und respektieren Sie die Empfindungen und Gefühle.

Hypothetische Fragen erleichtern den Einstieg:
„Solltest du jemals auf Hilfe angewiesen sein, wie würdest du sie dir wünschen?“
Formulieren Sie auch die eigene Sorgen und Wünsche als „Ich-Botschaft“:
„Ich mache mir Sorgen, weil ...“. Das macht Ihren Standpunkt verständlich.
​​​​​Vermeiden Sie Verallgemeinerungen und Vorwürfe.
Gemeinsame Lösungen benötigen eine gute Diskussionsgrundlage.

Welche Art der Pflege ist angemessen?

Eine Pflege zieht sich oft über Jahre hin. Wichtig ist, dass alle Angehörigen an einem Strang ziehen. Für viele Pflegebedürftige ist es wichtig, dass sie Zeit für Gespräche mit den Angehörigen haben und Hilfe von außen bei den alltäglichen Dingen im Haushalt zum Tragen kommt. Auch scheuen sich viele Pflegebedürftige aus Scham davor, bei der Körperpflege Hilfe ihrer Kinder anzunehmen. Lösungen über die Pflege berühren sehr zentrale Bereiche des würdevollen Umgangs miteinander.

Besprechen den Pflegebedarf und die verschiedenen Möglichkeiten:
​​​​​​[ Können Ihre Eltern noch alleine leben?
[ Wobei benötigen sie Unterstützung?
[ Wie können die Aufgaben innerhalb der Familie verteilt werden?

Halten Sie diese Entscheidungen schriftlich fest. Entscheiden Sie sich für eine Pflege durch Angehörige, legen Sie die verschiedenen Aufgaben in einem Wochenplan fest. Entscheiden Sie sich für Pflege von außen, vergleichen Sie die Angebote und lassen Sie sich beraten.

Welche finanzielle Belastung bringt die Pflege mit sich?

Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird entstehen häufig sehr hohe Kosten. Die staatlichen Leistungen der Pflegekassen sind umfangreich und hilfreich, doch sie hängen von der Art und dem Umfang der Pflegebedürftigkeit ab. Daher ist davon auszugehen, dass die eigenen finanziellen Mittel des Pflegebedürftigen eingesetzt werden müssen: Einkommen, Rente, Grundsicherung und Vermögen. Reichen diese Mittel nicht oder nicht mehr aus, springt das Sozialamt an. Denkbar ist aber auch, dass Angehörige unter bestimmten Voraussetzungen zu den Kosten herangezogen werden.​​​​​​​

Pflege zu Hause oder im Heim – die richtige Entscheidung treffen


Die Entscheidung für die richtige Pflegeform für sich selbst oder für nahestehende Angehörige ist eine der wichtigsten und oft auch eine der schwierigsten Entscheidungen, die im Laufe des Lebens getroffen werden müssen. Die Wahl zwischen häuslicher Pflege und der Unterbringung in einem Pflegeheim hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich des Gesundheitszustands, der persönlichen Präferenzen und der finanziellen Möglichkeiten. In diesem Newsletter möchten wir Ihnen Einblicke und Hilfestellungen geben, um diese Entscheidung leichter zu machen.

Pflege zu Hause


Die Pflege zu Hause ermöglicht es den Betroffenen, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Dies kann insbesondere für Menschen mit Demenz oder anderen kognitiven Einschränkungen von Vorteil sein, da Veränderungen der Umgebung zu Verwirrung und Stress führen können. Zu den weiteren Vorteilen zählen:
[ Persönliche Freiheit und Flexibilität
[ Individuelle, auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Pflege
[ Erhalt der Nähe zu Familie und Freunden

Allerdings erfordert die Pflege zu Hause oft erhebliche Anpassungen des Wohnraums und kann eine große Belastung für pflegende Angehörige darstellen. Zudem muss externe professionelle Hilfe organisiert und finanziert werden, falls erforderlich.
 

Pflege im Heim


Ein Umzug in ein Pflegeheim bietet eine professionelle Rund-um-die-Uhr-Betreuung und ist besonders für Personen geeignet, die intensivere Pflege und medizinische Überwachung benötigen. Vorteile der Pflege in einem Heim umfassen:
[ Professionelle Pflege und Betreuung
[ Gesellschaft anderer Bewohner und soziale Aktivitäten
[ Sicherheit und medizinische Überwachung

Die Entscheidung für ein Pflegeheim kann jedoch emotional herausfordernd sein und wird oft als Verlust von Unabhängigkeit wahrgenommen. Zudem variieren die Kosten und die Qualität der Pflegeheime erheblich.

Die beste Form der Betreuung finden

Um zu entscheiden, wo sich ein Angehöriger am wohlsten fühlt und am besten versorgt wird, sollten verschiedene Aspekte betrachtet werden:

Persönliche Präferenzen: Wo fühlt sich mein Angehöriger am wohlsten?

Gesundheitszustand: Ist aufgrund des Gesundheitszustands eine Versorgung im häuslichen Umfeld überhaupt möglich? Wo kann am besten für ihn gesorgt werden

Wohnsituation: Kann die Wohnung pflegegerecht umgebaut werden? Gibt es eine seniorengerechte Infrastruktur in der Umgebung? Kann der Pflegebedürftige zu einem Familienmitglied ziehen?

Pflegeaufwand: Ist jemand aus der Familie in der Lage, die Pflege zu übernehmen, oder gibt es Ersatzpflegepersonen, falls die Hauptpflegeperson ausfällt?

Unterstützungsnetzwerk: Können Familie, Freunde oder Nachbarn Unterstützung leisten


Argumente fürs Pflegeheim

In manchen Situationen kann ein Pflegeheim die bessere Option sein:
[ Der Pflegebedürftige muss rund um die Uhr betreut werden
[ Er kann wesentliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel Essen, nicht mehr alleine bewältigen und ist inkontinent
[ Er ist nicht mehr in der Lage zu kommunizieren
[ Notwendige Anpassungen der Wohnsituation sind nicht umsetzbar
[ Leistungen des ambulanten Pflegedienstes reichen nicht aus
[ Angehörige können die Pflege nicht übernehmen aufgrund von Überlastung, familiärer oder beruflicher Rahmenbedingungen
[ Es gibt keine Ersatzpflegepersonen bei Krankheit oder Urlaub

Ob die Pflege zu Hause oder im Heim erfolgen soll, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Ein offener Austausch im Rahmen eines Familienrats hilft dabei, die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Familie auszuloten.

Unser Newsletter soll Ihnen als Orientierungshilfe dienen, damit Sie die richtige Entscheidung treffen können. Bei weiteren Fragen oder für eine persönliche Beratung stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

So unterstützen wir Sie

[ Wir beraten Sie ausführlich zu allen Fragen rund um die Pflege Ihres Angehörigen
[ Wir erarbeiten für Sie und Ihren Angehörigen individuelle Pflegelösungen
[ Wir beraten Sie zu finanziellen und rechtlichen Aspekten, wie z.B. Einstufungsverfahren, Leistungen der Pflegekasse, Vorsorgevollmachten, Patientenverfügung und Elternunterhalt
[ Wir unterstützen Sie bei der Planung, Kalkulation und Umsetzung von Pflege- und Betreuungslösungen
[ Wir unterstützen Sie bundesweit bei der Suche und Auswahl von Pflegedienstleistern, Heimen, Betreuungspersonen und Hilfsdiensten
[ Wir helfen Ihnen bei der Auswahl und Beantragung von Hilfsmitteln sowie bei der Anpassung des Wohnumfeldes
[ Wir beraten Sie zum Umgang mit pflegebedürftigen, eventuell dementen Angehörigen sowie zu Entlastungsmöglichkeiten bei Überforderung in der Pflege
[ Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat bei allen Fragen zur Seite

Pflegeleistungen im Überblick – mehr Geld in 2024


Seit Mai 2023 hat der Bundesrat das Pflegeunterstützungs- und Entlastungsgesetz verabschiedet. Somit wurden Finanzgrundlagen zum 01. Juli 2023 stabilisiert. Ab dem 01. Januar 2024 sind die ersten Entlastungen, sprich die Erhöhung von Pflegeleistungen diesbezüglich in Kraft getreten. Weitere dieser Vorkehrungen folgen im nächsten Jahr 2025, sowie im Jahr 2028. Wir haben im Folgenden alles Wichtige für Sie zusammengestellt.

Im Überblick finden Sie alle neuen Leistungen für Pflegepersonen und Betroffene:

Pflegegeld-Erhöhung

Seit dem 01. Januar 2024 wurde das Pflegegeld um 5% angehoben. Der erhöhte Leistungsbetrag wird nun automatisch an die Empfänger von Pflegegeld ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt gemäß des Pflegegrades, wobei die folgenden Beträge an Pflegebedürftige gezahlt werden:
[ Pflegegrad 1: Weiterhin kein Anspruch auf Pflegegeld
[ Pflegegrad 2: 332 Euro (anstatt bisher 316 Euro)
[ Pflegegrad 3: 573 Euro (anstatt bisher 545 Euro)
[ Pflegegrad 4: 765 Euro (anstatt bisher 728 Euro)
[ Pflegegrad 5: 947 Euro (anstatt bisher 901 Euro)

Höhere Pflegesachleistungen 

Ebenso kam es am 01. Januar zu einer Erhöhung der Pflegesachleistungen von 5%.
[ Pflegegrad 1: Weiterhin kein Anspruch auf Pflegesachleistungen
[ Pflegegrad 2: 761 Euro (anstatt bisher 724 Euro)
[ Pflegegrad 3: 1.432 Euro (anstatt bisher 1.363 Euro)
[ Pflegegrad 4: 1.778 Euro (anstatt bisher 1.693 Euro)
[ Pflegegrad 5: 2.200 Euro (anstatt bisher 2.095 Euro)

Höheres Budget in der Verhinderungspflege 

Seit dem 01. Januar 2024 gelten für junge pflegebedürftige Menschen mit den Pflegegraden 4 oder 5, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, neue Regelungen. Diese haben nun Anspruch auf eine maximale Verhinderungspflege von bis zu acht Wochen pro Jahr. Zusätzlich können sie sämtliche ungenutzte Beträge der Kurzzeitpflege bis zu 1.774 Euro für die Verhinderungspflege verwenden, was in Summe einen Höchstbetrag von 3.386 Euro pro Jahr ergibt. Die zuvor geltende Vorpflegezeit von sechs Monaten entfällt.

Jährliches Pflegeunterstützungsgeld

Bisher hatten berufstätige Personen, die sich in einer akuten, nicht planbaren Situation um einen Angehörigen kümmern mussten, die Möglichkeit, sich bis zu zehn Tage unbezahlt von der Arbeit freistellen zu lassen. Es bestand die Option, Pflegeunterstützungsgeld von der Pflegekasse zu erhalten - jedoch konnte diese Leistung bisher nur einmal pro pflegebedürftiger Person genutzt werden.

Seit dem 01. Januar 2024 wird der Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld jährlich erneuert. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer:innen nun jedes Jahr die Möglichkeit haben, sich bei Notfällen im Bereich der häuslichen Pflege erneut für bis zu zehn Tage freistellen zu lassen. Weiterhin können Sie bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen ein Pflegeunterstützungsgeld beantragen.

Leistungszuschlag – Vollstationäre Pflege

Seit dem 01. Januar 2024 erhalten Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 2, höhere Zuschläge für ihren Eigenanteil in vollstationären Pflegeeinrichtungen.

Die Zuschläge variieren je nach der Länge des Aufenthalts:
[ Bis 12 Monate: 15 Prozent (anstatt bisher 5 Prozent)
[ Bis 24 Monate: 30 Prozent (anstatt bisher 25 Prozent)
[ Bis 36 Monate: 50 Prozent (anstatt bisher 45 Prozent)
[ Über 36 Monate: 75 Prozent (anstatt bisher 70 Prozent)

Die Pflegeeinrichtung und die Pflegekasse regeln die Abrechnung direkt, wodurch sich pflegebedürftige Personen nicht selbst darum kümmern müssen.

Plötzlich Pflegefall – die ersten Schritte


Wird ein Familienmitglied pflegebedürftig, müssen Sie schnell und richtig handeln. Dazu brauchen Sie schnell einen guten Überblick und müssen zügig wichtige Entscheidungen fällen. Wir geben Ihnen die Orientierung für die ersten wichtigen Schritte.

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber

Informieren Sie möglichst vor Arbeitsbeginn Ihren Arbeitgeber bzw. Ihre Führungskraft, dass Sie wegen einer akuten Notfallsituation nicht am Arbeitsplatz erscheinen. Das Pflegezeitgesetz ermöglicht die Freistellung von bis zu zehn Tagen.
 
Lassen Sie sich beraten

Verschaffen Sie sich einen Überblick durch unsere kostenlose Beratung: Egal, ob es sich um einen Notfall handelt, einen absehbaren Pflegefall oder Fragen zur Pflege.
 
Führen Sie ein Gespräch mit Ihren Angehörigen

Setzen Sie sich mit Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen und Ihrer Familie zusammen und besprechen Sie die Pflegesituation. Beachten Sie die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten und klären Sie auch die rechtliche Vertretung durch Vorsorgevollmachten.

Beantragen Sie die Pflegeeinstufung

Da Sie rückwirkend ab dem Tag des Beantragens finanzielle Mittel beziehen, beantragen Sie zeitnah eine Einstufung bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen. Es genügt ein formloses Schreiben oder ein Anruf.

Erkundigen Sie sich nach Unterstützungsangeboten

Sprechen Sie mit Ihrer Führungskraft oder der Personalabteilung über Hilfen, wie zum Beispiel flexible Arbeitszeiten oder andere Formen der Unterstützung.

So unterstützen wir Sie

[ Wir beraten Sie ausführlich zu allen Fragen rund um die Pflege Ihres Angehörigen
[ Wir erarbeiten für Sie und Ihren Angehörigen individuelle Pflegelösungen
[ Wir beraten Sie zu finanziellen und rechtlichen Aspekten, wie z.B. Einstufungsverfahren, Leistungen der Pflegekasse, Vorsorgevollmachten, Patientenverfügung und Elternunterhalt
[ Wir unterstützen Sie bei der Planung, Kalkulation und Umsetzung von Pflege- und Betreuungslösungen
[ Wir unterstützen Sie bundesweit bei der Suche und Auswahl von Pflegedienstleistern, Heimen, Betreuungspersonen und Hilfsdiensten
[ Wir helfen Ihnen bei der Auswahl und Beantragung von Hilfsmitteln sowie bei der Anpassung des Wohnumfeldes
[ Wir beraten Sie zum Umgang mit pflegebedürftigen, eventuell dementen Angehörigen sowie zu Entlastungsmöglichkeiten bei Überforderung in der Pflege
[ Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat bei allen Fragen zur Seite