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Sich als Eltern für das kommende Schuljahr neu ausrichten – Mit Klarheit und Gelassenheit starten
Der Beginn eines neuen Schuljahres ist mehr als nur ein Datum im Kalender. Für viele Familien bedeutet er einen kompletten Neustart im Alltag: neue Lehrer:innen, neue Stundenpläne, vielleicht sogar neue Schulen oder Klassenkameraden. Doch während sich die Kinder auf ihre Weise vorbereiten, vergessen Eltern oft, sich selbst bewusst auf diesen Abschnitt einzustimmen. Dabei kann gerade dieser Moment eine wertvolle Chance sein, innezuhalten, Rückschau zu halten und sich klar auszurichten.
Warum ein bewusster Start so wichtig ist
Das vergangene Schuljahr hat Spuren hinterlassen – gute wie herausfordernde. Vielleicht gab es Erfolge, auf die Sie als Familie stolz sind. Vielleicht auch Stressmomente, die Sie nicht wiederholen möchten. Oft rauscht der Übergang von den Sommerferien ins neue Schuljahr so schnell vorbei, dass keine Zeit bleibt, diese Erfahrungen zu sortieren.
Ein bewusster Blick zurück hilft, Muster zu erkennen:
- Wo hat der Familienalltag gut funktioniert?
- Welche Konflikte traten immer wieder auf?
- Was möchten Sie beibehalten, was ändern?
Diese Reflexion ist kein Luxus, sondern ein entscheidender Schritt, um das neue Schuljahr aktiv und nicht nur reaktiv zu gestalten.
Gelassenheit als Grundhaltung
Schule bringt Erwartungen mit sich – von Lehrkräften, von der Gesellschaft, aber auch von uns selbst. Nicht selten geraten Eltern unter Druck, alles „richtig“ machen zu wollen. Gelassenheit bedeutet nicht, alles gleichgültig zu nehmen, sondern bewusst zu entscheiden, wo Sie Energie investieren und wo Sie loslassen.
Ein Beispiel: Ihr Kind vergisst regelmäßig die Sporttasche. Gelassenheit könnte heißen, die Verantwortung Stück für Stück an Ihr Kind abzugeben – auch wenn es bedeutet, dass es einmal ohne Ausrüstung im Unterricht steht. Solche Erfahrungen sind oft wertvoller als ständige Erinnerungen.
Die Balance zwischen Unterstützung und Loslassen
Eltern sind Begleiter:innen – keine Dauer-Retter:innen. Unterstützung ist wichtig, aber zu viel Unterstützung kann verhindern, dass Kinder Verantwortung übernehmen. Das neue Schuljahr ist eine gute Gelegenheit, diese Balance neu zu justieren:
- Unterstützen, wo echte Hürden bestehen (zum Beispiel Struktur im Lernplan finden).
- Loslassen, wo Kinder eigenständig wachsen können (zum Beispiel selbst Pausenbrote einpacken).
Drei Praxisimpulse für einen klaren Neustart
1. Reflexionsrunde vor Schulstart
Nehmen Sie sich mit Ihrem Kind (oder der ganzen Familie) eine Stunde Zeit, um gemeinsam das alte Schuljahr Revue passieren zu lassen. Jeder darf drei Dinge nennen, die gut gelaufen sind, und drei Dinge, die anders werden sollen.
2. Familienalltag bewusst entlasten
Überlegen Sie: Welche Termine, Routinen oder Gewohnheiten rauben im Schulalltag unnötig Energie? Vielleicht braucht es weniger Nachmittagsprogramm, dafür mehr Freiräume.
3. Elternziele formulieren
Nicht nur Kinder haben Lernziele – auch Eltern können sich vornehmen: „Ich möchte ruhiger reagieren, wenn Hausaufgaben nicht sofort klappen“ oder „Ich möchte einmal pro Woche bewusst Zeit nur für mich nehmen“.
Ein letzter Gedanke
Kinder starten nicht nur mit einem neuen Schuljahr – auch wir als Eltern tun es. Wer diesen Übergang bewusst gestaltet, gibt nicht nur den Kindern Orientierung, sondern sich selbst Halt. Gelassenheit, Klarheit und ein bisschen Humor sind dabei die besten Werkzeuge.

Mein Grundschulkind ist schüchtern oder introvertiert – Tipps für Eltern zum Start ins neue Schuljahr
Nicht jedes Kind stürzt sich voller Begeisterung ins Getümmel. Manche Kinder beobachten lieber, bevor sie handeln, fühlen sich in großen Gruppen unwohl oder brauchen lange, um Vertrauen zu fassen. Für Eltern kann das manchmal verunsichernd sein – besonders in der Grundschule, wo der soziale Austausch einen großen Raum einnimmt.
Und hier setzen wir an: Wir wollen Eltern unterstützen, die sich fragen, wie sie ihr Kind stärken können, ohne es in eine Rolle zu drängen, die nicht zu ihm passt.
Schüchtern, introvertiert oder sozialer Rückzug – was ist der Unterschied?
Es ist wichtig zu wissen, dass Schüchternheit meist aus einer anfänglichen Unsicherheit in sozialen Situationen entsteht, während Introversion eine angeborene Temperamentsform ist – introvertierte Kinder tanken Kraft in der Ruhe und nicht im Trubel. Sozialer Rückzug hingegen kann ein Warnsignal sein, wenn ein Kind sich dauerhaft zurückzieht, weil es sich nicht sicher oder wohlfühlt.
Dieses Verständnis hilft Eltern, realistische Erwartungen zu entwickeln und passende Unterstützung zu bieten – ohne vorschnell ein „Problem“ zu sehen.
Warum Druck oft das Gegenteil bewirkt
Sätze wie „Geh doch einfach hin“ oder „Du musst dich nur trauen“ sind gut gemeint, können aber für ein zurückhaltendes Kind wie ein Berg wirken. Druck führt selten dazu, dass ein Kind sich öffnet – oft verstärkt er das Gefühl, „nicht richtig“ zu sein. Viel hilfreicher ist es, kleine Schritte zu fördern und Erfolge anzuerkennen, auch wenn sie für Außenstehende unscheinbar wirken.
Alltagssituationen, die Selbstvertrauen stärken
Schulstart und neue Klassen
Begleiten Sie Ihr Kind behutsam. Sprechen Sie vorab über den Tagesablauf, zeigen Sie den Schulweg gemeinsam, und planen Sie „Ruhe-Inseln“ nach einem langen Schultag ein.
Elternabende & Lehrer:innen-Gespräche
Besprechen Sie mit der Lehrkraft, wie Ihr Kind am besten unterstützt werden kann. Lehrer:innen können bewusst kleine Gesprächsanlässe schaffen, die Ihrem Kind Sicherheit geben.
Geburtstage & Freizeitaktivitäten
Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, auch „Nein“ zu sagen. Lieber eine kürzere Teilnahme, die sich gut anfühlt, als eine Überforderung, die das Kind verunsichert.
Drei Praxisimpulse für Eltern
1. Mut in kleinen Dosen
Bieten Sie sichere Gelegenheiten, in denen Ihr Kind selbst handeln kann – etwa beim Bäcker bezahlen oder einem Freund etwas bringen. Kleine Erfolge wirken wie Treppenstufen.
2. Verbündete finden
Kinder fühlen sich wohler, wenn sie ein bis zwei enge Bezugspersonen in einer Gruppe haben. Unterstützen Sie Freundschaften, die Sicherheit geben, und verabreden Sie Treffen in vertrauter Umgebung.
3. Zuhören statt beschleunigen
Fragen Sie Ihr Kind: „Wie war es für dich?“ statt „Warum hast du nicht…?“. So fühlt es sich ernst genommen – und Sie erfahren, was es wirklich bewegt.
Ein Perspektivwechsel für Eltern
Introvertierte oder schüchterne Kinder sind nicht „zu leise“ – sie bringen oft große Beobachtungsgabe, Empathie und Tiefe mit. Wer ihr Tempo respektiert, schenkt ihnen die Freiheit, sich auf ihre Weise zu entwickeln. Das neue Schuljahr ist eine Chance, gemeinsam zu wachsen – nicht indem man das Kind verändert, sondern indem man ihm hilft, sich sicher zu fühlen.

Digitale Balance im Familienalltag – Bildschirmzeiten entspannt gestalten
Digitale Medien sind längst ein fester Bestandteil unseres Familienalltags – ob Smartphone, Tablet, PC oder Spielkonsole. Sie bieten Kindern wertvolle Lern- und Unterhaltungsmöglichkeiten, bergen aber auch Herausforderungen: zu viel Zeit am Bildschirm, abnehmende Bewegung oder Konflikte über Inhalte.
Die gute Nachricht: Mit einer klaren Struktur, verständlichen Regeln und aktiver Begleitung können Sie als Eltern eine gesunde Balance zwischen Online- und Offline-Zeit schaffen – ohne ständige Diskussionen.
Realistische Bedürfnisse erkennen
Im Schulalltag ist der Bildschirm heute mehr als nur Freizeitbeschäftigung. Hausaufgaben, Recherche für Referate oder der Austausch in Klassengruppen finden oft online statt.
Wichtig ist, diese produktive Bildschirmzeit von reiner Unterhaltung zu unterscheiden. Das erleichtert es, gemeinsam klare Zeitfenster festzulegen, ohne dass Ihr Kind das Gefühl hat, benachteiligt zu werden.
Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen darüber, wofür es das Gerät nutzt – so wird schnell klar, ob tatsächlich gelernt wird oder ob die Mathe-App gerade durch ein Spiel ersetzt wurde.
Klare Regeln gemeinsam vereinbaren
Kinder halten Regeln eher ein, wenn sie bei deren Erstellung mitwirken dürfen. Legen Sie gemeinsam fest:
- Wann dürfen digitale Medien genutzt werden (zum Beispiel erst nach den Hausaufgaben)?
- Wie lange ist täglich erlaubt – abhängig vom Alter und den schulischen Anforderungen?
- Was ist erlaubt (Lern-Apps, Videos, Spiele) – und was nicht?
Tipp: Ein Wochenplan, sichtbar im Kinderzimmer aufgehängt, schafft Transparenz. Und: Passen Sie die Regeln an besondere Situationen an, etwa in Prüfungsphasen oder am Wochenende.
Mediennutzung aktiv begleiten
Gerade im Grundschulalter profitieren Kinder, wenn Sie als Eltern präsent bleiben:
- Hausaufgaben online: Sitzen Sie gelegentlich daneben und besprechen Sie die Vorgehensweise – so fördern Sie nicht nur Medienkompetenz, sondern auch Lernstrategien.
- Inhalte hinterfragen: Fragen Sie nach, woher Informationen kommen, und regen Sie Ihr Kind zum Vergleichen an.
- Positive Nutzung fördern: Zeigen Sie Apps oder Websites, die Spaß machen und zugleich Wissen vermitteln.
Tipp: Das gemeinsame Interesse signalisiert Ihrem Kind: „Ich möchte verstehen, was du machst“ – nicht „Ich kontrolliere dich“.
Offline-Zeit bewusst gestalten
Digitale Balance entsteht nicht allein durch Begrenzung der Bildschirmzeit, sondern auch durch attraktive Alternativen.
Planen Sie feste Zeiten für Bewegung, kreative Aktivitäten oder gemeinsame Spieleabende ein. Diese Offline-Highlights verhindern, dass digitale Geräte als „einzige spannende Option“ wahrgenommen werden.
Tipp: Legen Sie bildschirmfreie Familienzeiten fest – zum Beispiel beim Essen, vor dem Schlafengehen oder an einem Nachmittag pro Woche.
Vorbild sein und gelassen bleiben
Kinder lernen am meisten durch Beobachtung. Wer selbst ständig am Smartphone hängt, sendet ein klares Signal – unabhängig davon, was man sagt. Versuchen Sie deshalb, eigene Bildschirmzeiten kritisch zu betrachten und bewusst Pausen einzulegen.
Bleiben Sie zudem flexibel: Nicht jeder Tag lässt sich perfekt nach Plan gestalten. Ein längerer Serienabend oder extra Zeit am Computer muss kein Problem sein, wenn die Balance insgesamt stimmt.
Tipp: Passen Sie Regeln an besondere Situationen an, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren.
Technische Hilfsmittel unterstützen die Balance
Eltern-Tools wie Google Family Link oder Apple Bildschirmzeit helfen, Nutzungszeiten zu begrenzen und altersgerechte Inhalte sicherzustellen.
Solche Funktionen sind besonders praktisch, um vereinbarte Regeln automatisch einzuhalten – sie ersetzen jedoch nicht das persönliche Gespräch.
Letztlich geht es nicht um strikte Verbote, sondern um eine gesunde Balance, die Lernen, Spiel und Erholung gleichermaßen berücksichtigt. Mit klaren Absprachen, aktiver Begleitung und attraktiven Offline-Angeboten schaffen Sie ein Umfeld, in dem Ihr Kind digitale Medien selbstbewusst, sicher und verantwortungsvoll nutzt.

DIY-Ideen für einen entspannten Start in die erste Schulwoche
Der Übergang von den Ferien zurück in den Schulalltag bringt oft Hektik und Organisationsthemen mit sich. Mit ein wenig Vorbereitung können Sie und Ihr Kind entspannter in die erste Schulwoche starten. Diese fünf einfachen DIY-Ideen helfen Ihnen dabei, Struktur, Motivation und gute Laune in den Alltag zu bringen.
1. Poster zur Morgenroutine gestalten
Erstellen Sie ein Poster mit Bildern oder Symbolen, die den Ablauf am Morgen zeigen – zum Beispiel Anziehen, Frühstück, Zähneputzen, Ranzen packen. Das gibt Orientierung und hilft Ihrem Kind, selbstständiger zu werden.
2. Spielerisch Outfits mit den Kindern vorplanen
Gestalten Sie spielerisch die Auswahl der Outfits für Montag bis Freitag und legen Sie diese sortiert bereit. Das vermeidet Diskussionen am Morgen und sorgt für einen stressfreien Start in den Tag.
3. Gemeinsam Snack-Ideen für die Brotbox sammeln
Sammeln Sie zusammen mit Ihrem Kind gesunde Frühstücks- und Pausensnackideen, schreiben Sie diese auf kleine Kärtchen und legen Sie sie in eine dekorierte Box. So fällt die Entscheidung am Morgen leichter – und das Pausenbrot wird abwechslungsreich.
4. Hausaufgabenstation einrichten und vorbereiten
Richten Sie mit Ihrem Kind einen festen Platz für Hausaufgaben ein, bspw. einen Schreibtisch, oder räumen Sie einen bereits vorhandenen Hausaufgabenort auf. Bereiten Sie alles für das nächste Schuljahr vor, so dass Stifte, Hefte, Schere, Kleber und Lineal griffbereit sind. Eine gut organisierte Hausaufgabenstation spart Zeit und reduziert Ablenkungen.
5. Nachmittagsroutine mit Spiel- und Lernzeit planen
Planen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind feste Zeiten für Hausaufgaben, Lernen, freie Spielzeit und Hobbys. Eine klare Struktur am Nachmittag gibt Orientierung, verhindert Stress und sorgt dafür, dass Erholung und Pflichten im Gleichgewicht bleiben.